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Bouldern
in Fontainebleau
von: Max Weninger
Ich stehe jetzt vor der schweren Aufgabe euch kurz was über
Fontainebleau zu erzählen.
Wer schon mal dort war möge mir verzeihen wenn ich viele Dinge noch mal
sage die eh schon jeder weiß. Und in den einschlägigen Klettermagazinen
gibt es ja auch mehr als einen Bericht darüber.
Ich möchte damit ja eher den Neulingen einen Besuch dort
schmackhaft machen.
Denn wer Bleau kennt und liebt so wie ich für den gibt es eh nix besseres.
Ich war in meinem Leben schon über 10 mal dort und liebe es :-)
Alles was ich hier erzähle ist natürlich rein subjektiv
und meine ganz persönliche Meinung.
.:Allgemeine Infos und Historisches:
Ok nur ganz kurz damit es nicht langweilig wird.
Die Stadt Fontainebleau liegt ca. 80Km südlich von Paris.
War früher die Sommerresidenz der französischen
Könige die in den umgebenden Wäldern ihrer Jagd
und anderen Mordlust nachgingen :-)
Mehr Infos dazu findet ihr in den entsprechenden Führen
und natürlich auch im Internet.
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Das Königsschloss |
Für viele Leute steht der Name "Fontainebleau" immer
noch den "Inbegriff" des Boulderns dar.
Was vielleicht dazu beigetragen hat ist das in Fontainebleau schon sehr lange
(so ca. seit über 100 Jahren) gebouldert wird. Und das nicht nur zu Trainigszwecken
wie anderswo sondern schon sehr bald auch als eigenständige Kletterdisziplin.
Also schon sehr lange vor dem "Boulder-Hype" der letzten Jahre.
Die Blöcke sind aus Sandstein und liegen entweder
im Wald verrstreut auf kleinen Hügeln oder auf offenen
Flächen manchmal sogar in extrem feinen sand. Es
gibt sogar eine kleine "Wüste" im Wald
von Bleau. (Viel Spaß beim Suchen) |

Ein Klassiker in einem Klassiker (Cortomaltese 7a Bas Cuvier) |

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Es gibt grob
unterteilt 6 Areas mit über 100 eigenständigen
Gebiete. Und in diesen Gebieten gibt es über 200 Parcours.
Mehr zu den Parcours weiter unten Die meisten der Gebiete
konzentrieren sich auf den sog. "Forret Domeniale" d.h.
Den Wald rund um die Stadt Fontainebleau.
Aber auch rundherum gibt es viele andere
Gebiete. Die Gesamtanzahl der Boulder lässt sich wirklich
nur schätzen und geht in die "Tausende" |
.:Beste Jahreszeit:
Oje das ist nun wirklich ein heikles Thema :-)
Also eigentlich kann man in Bleau das ganze Jahr Bouldern.
Doch durch den Sandsteins und die Art der meisten Boulder ist
es aber besser wenn es kühler ist. Die Reibung des Steins
verändert sich nämlich dramatisch mit der Lufttemperatur.
Das geht soweit das man bestimmte Boulder im Sommer gar nimmer
probieren braucht weil man keine Chance hat.
Laut einem Bleau Experten (Name der Redaktion bekannt :-)) hat
der Stein die absolute beste Reibung bei 4 grad Lufttemperatur.
Also ich finde Feb-Mai und Okt-Dez am besten. Der Nachteil dieser
zeit ist das das Wetter manchmal instabil sein kann. Ich hab
schon alles erlebt. Von 1 Woche Dauerregen bis zu 2 Wochen perfektem
Wetter.
Man muss halt auch bisschen Glück haben. Aber einen Vorteil
gibt es. Nach Regenfällen trocknet der Sandstein extrem
schnell wieder ab. Das geht soweit das man in machen Gebieten
schon 1-2h nach einem Regen schon wieder Bouldern kann. Also
ist ein kurzer Regen zwischendurch halb so schlimm.
Außerdem braucht man eh auch Ruhetage :-)

Roche Aux Sabots
.:Parcours:
Das schöne in Bleau vor allem für die Einsteiger
und Neulinge sind die markierten Parcours.
Diese haben sicher auch zur Beliebtheit von Bleau beigetragen.
Ein Parcour umfasst eine Menge von Bouldern mit sehr ähnlichen
Schwierigkeitsgrad.
Die Boulder sind farblich mit kleinen Nummern markiert.
Die Farbe der Nummern definiert die Schwierigkeit des
Parcours (kopiert aus dem Führer) |
| Farbe |
Grad |
| weiß |
1 |
| gelb |
2 |
| orange |
3 |
| blau |
4 |
| rot |
5 |
| schwarz/weiß |
6-8 |
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Das ganze soll natürlich nur als Hilfe dienen. Man kann
natürlich alles probieren.
Nur ein kleiner Tip für die Neulinge. Die Bewertungen sind
hart! :-)
Dazu kommt die für
uns manchmal doch ungewohnte Art des Steins und der
Boulder.
Also ich glaube noch jeder hat in Bleau eine harte Anfangszeit gehabt.
Aber davon sollte man sich nicht entmutigen lassen!
Die Reihenfolge der Nummern
ist so das man gemütlich von Boulder zu Boulder gehen kann und so
meist eine Runde durch das ganze Gebiet macht.
Die Größe der
Parcours liegt meist zwischen 20 bis zu über 60 Boulder. Da ist man
dann schon einige Zeit beschäftigt und selbst wenn man einen leichten
Parcour macht geht das ordentlich auf die
Ausdauer :-)
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Noch ein Klassiker (El Poussah 7a Franchard Isatis) |

(7a 95.2) |
Und da es in den meisten Gebieten schwere
und leichte Parcours gibt finden Anfänger und Experten
immer was passendes gleich nebeneinander. Und für
Familien mit Kindern ist Bleau sowieso ein Traum. Die
kleinen können hemmungslos im Sand spielen oder
sich an den speziellen Kinder-Parcours versuchen.
Neben den markierten Parcours gibt es noch unzählige
andere Boulder die dann meist in den höheren Schwierigkeitsgraden
liegen. |
.:Probleme:
Ein paar kleine Wehrmutstropfen gibt es leider auch noch.
An den Wochenenden oder in den Ferien kommen sehr viele Ausflügler
aus Paris. Der Wald ist auch ein beliebtes Wander- und Ausflugsziel.
Da kann es dann schon sein das man in den bekannten Gebieten
nicht mal mehr einen Parkplatz findet. Aber zum Glück hat
man ja die Auswahl und sucht sich dann halt ein ruhigeres Gebiet
aus.
Ein weiteres Problem das man nicht verschweigen sollte ist leider
die Kriminalität. Wie in Frankreich leider fast üblich
sollte man absolut nix im Auto lassen. Und auch im Wald nichts
einfach so außer Sichtweite rumliegen lassen. Im laufe
meiner Bleau besuche wurde Leuten schon zweimal ein Rucksack
einfach geklaut. Die Probleme sind größer in den Gebieten
die nahe an der Stadt Fontainebleau bzw. In der nahe von Straßen
liegen. Und auch an den Wochenenden steigt natürlich die
Gefahr.
.:Ausrüstung:
Das übliche wobei man in vielen Gebieten
nicht mal ein Crashpad braucht.
Speziell natürlich in Gebieten wo die Blöcke
im Sand liegen. Ganz wichtig ist aber ein Fussabstreifer genau wegen dem Sand. Ich sag nur
Kokosmatte :-)
Ein Topo ist für das Bouldern in Parcours nicht unbedingt
notwendig aber sehr wohl das
man das Gebiet überhaupt findet! :-) |

(Chasseur de Prises 7a Rocher Canon) |
.:Übernachtung:
Die wie ich finde beste und billigste Art der Unterkunft sind
Gites.
Gites sind Selbstversorger Appartements oder sogar ganze Häuser
die es in verschiedenen Größen gibt. In der Nebensaison
muss man ca. zwischen 150-250E/pro Woche für die gesamte
Gite rechnen.
Je mehr Leute sich dann eine Gite teilen desto billiger wird
es natürlich.
Online Info und Reservierung unter:
http://www.itea2.com/GDF/Accueil/index.php?dpt=77&lang=an
Es gibt natürlich auch Campingplätze.
Und für die Busfahrer gibt es auch genug "Möglichkeiten".
Aber Vorsicht! Die franz. Polizei straft sehr gerne "Wildcamper".

(6c Elephant) |
.:Mehr Infos:
Die Referenz ist ganz klar: http://bleau.info/
Dort findet man alles: Topos, Fotos, Videos und eine riesige
Datenbank mit Bouldern die noch in keinem Topo sind. Ansonsten
einfach mal wie üblich die Suchmaschine eurer Wahl
befragen. |
.: Topos:
Mehrerer in Französisch oder Englisch. Entweder vor Ort
kaufen oder z.B. bei: https://www.ssl-id.de/klettern-shop.de/index.htm

(92.2)
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